Staatspreis Holzbau
Österreichischer Staatspreis Holzbau 2026
Der Österreichische Staatspreis Holzbau zeichnet Gebäude aus Holz aus, die auf vorbildhafte Weise hohe architektonische und raumplanerische Ansprüche mit dem ökologischen, ressourcenschonenden und innovativen Einsatz von Holz als Baustoff verbinden.
Statement der Jury
Die mit dem Staatspreis Holzbau prämierten Bauten verdeutlichen auf vorbildhafte Weise das Potenzial des modernen Holzbaus: Sie verbinden hohe architektonische Qualität mit dem ökologischen, ressourcenschonenden und innovativen Einsatz von Holz. Ihre geografische Streuung von West bis Ost zeigt: Das Wissen um den Holzbau und die Wertschätzung für diesen Werkstoff sind längst in ganz Österreich angekommen. Sie liefern auf relevante Themen unserer Zeit – Bauen im Bestand, Nachverdichtung, Wohnen, Bauen für die öffentliche Hand – überzeugende, auf Funktion und Standort abgestimmte Antworten. Die beiden Anerkennungen stehen ergänzend für das Potenzial des Holzbaus im Wohnungsbau und für die Innovationskraft einer ingenieurmäßig präzisen Tragwerksplanung.
Es geht längst nicht mehr darum, so viel Holz wie möglich zu verbauen, sondern darum, es sinnvoll und an der richtigen Stelle einzusetzen. Jedes der prämierten Projekte liefert dafür seine eigene überzeugende Begründung – es ist etwa lokal verankert oder auf die jeweiligen Bedürfnisse von Bauherrschaft und Ort abgestimmt – und überzeugt nicht nur konstruktiv, sondern auch durch die hohe Qualität seiner Innenräume.
In allen ausgezeichneten Bauten wird eine Haltung sichtbar, die weit über die reine Erfüllung einer Funktion hinausreicht.
Die Rolle der Bauherrschaft tritt dabei deutlich hervor: von der Kommune, die sich klar zum regionalen Werkstoff bekennt, bis zum privaten Bauherrn, der nachhaltiges Bauen aktiv einfordert und fördert. In den Bauten lässt sich neben ökologischer Verantwortung auch eine Wertschätzung gegenüber den Menschen ablesen, die sie nutzen.
Alle nominierten, vor allem aber die prämierten Projekte zeigen, was im Holzbau heute möglich ist. Sie können Vorbild sein und schaffen Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des modernen Holzbaus. Keines dieser Gebäude ist auf der grünen Wiese entstanden – sie alle folgen einer logischen Weiterentwicklung von Bestandsbauten oder Ortsstrukturen und dienen damit der nachhaltigen Entwicklung konkreter Orte.
Der Wille zu mehr Bauten aus Holz ist vorhanden – die Umsetzung bleibt noch hinter dem Möglichen zurück. Die Jury appelliert daher insbesondere an die öffentliche Hand, die Rahmenbedingungen für das Bauen mit Holz zu optimieren, damit mehr Wohnbauten, mehr Kommunal- und Sportbauten aus Holz gebaut werden. Hier liegt ein großes Potenzial, das bislang zu wenig genutzt wird.
Nicole Berganski, Annette Hafner, Pirmin Jung
(Jury Österreichischer Staatspreis Holzbau 2026)
Die feierliche Preisverleihung fand am Donnerstag, 28. Mai 2026 in den Sofiensälen in Wien statt.
Rund 300 Gäste besuchten die Veranstaltung, darunter Bundesminister Norbert Totschnig, Richard Stralz (Obmann proHolz Austria), Simon Kathrein (Bundesinnungsmeister Holzbau), Nicole Berganski (Juryvorsitzende Staatspreis), Manfred Brandstätter (Juryvorsitzender Sonderpreis), Johannes Rehulka und Robert Pichler (Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative) sowie Preisträger:innen, Medienvertreter:innen und Fachleute aus ganz Österreich. Die Veranstaltung wurde von Franziska Hatz am Akkordeon, Andrea Fränzel am E-Bass und Richie Winkler am Saxophon begleitet und von Mari Lang moderiert.




